Kategorie: Serbien

Kusici

Auf dem Weg über die Höhen
 

12.VI.2022 | 8. Etappe: Arilje – Kusici

 
Strecke: 56 Km | gesamt: 404 km
unterwegs: 11:00 – 18:00 Uhr
Wetter: bedeckt, Rückenwind, 2 kleine Schauer, abends heftiger Regen
 

Schöne Etappe
Erst durchs Moravica Tal: zwar dräuende Wolken am Himmel aber ebene Strecke – keine Steigungen
Es geht flott voran auf der Hauptstraße
Ab Ivanjica dann in die Himbeerberge (immernoch Obstanbauregion: Spezialisierung auf Himbeeren – hügelweit)
Der Ortsname erinnert mich an „Ivanica“ – mazedonisches Volkslied

Die Straße wird steiler und auch die umliegenden Gipfel werden höher
Wunderbare Ausblicke auf das im Westen liegende Bergmassiv

Erreiche Kusici kurz vor dem heftigen Abendgewitter
beschaulicher Ort – bekannt für Dorf- und Wandertourismus
Nettes Quartier kleine Zimmer angemessene Preise


 

Befinde mich in einem ekstatisch euphorischen Zustand
Heute war ALLES perfekt:
die Länge der Strecke
die mäßige absolut machbare Steigung
der Wind immer im Rücken
der bewölkte Himmel die angenehme Kühle
die gemütlichen Pausenmöglichkeiten – in den richtigen Abständen
die umwerfende Landschaft
die spektakulären Ausblicke…

„Ich werd vom Glück verfolgt…“

 

Molitva

Auf dem Weg zum Uvac Canyon
 

13.VI.2022 | 9. Etappe: Kusici – Molitva

 
Strecke: 42 Km | gesamt: 446 km
unterwegs: 11:00 – 18:00 Uhr
Wetter: heiß, sonnig, nachts kühl
 

Nach dem Frühstück das erste Fernradlerpaar getroffen
Zwei energiegeladene Schweizer auf ihrer WorldTour
Austausch von hilfreichen Informationen – nette Begegnung

Auf den Straßen sind die Folgen des vortägigen Unwetters zu sehen:
Kies und Steine sind zu regelrechten Sandbänken auf die Fahrbahn geschwemmt

Ich nehme den Abzweig in das Naturschutzgebiet der Uvac Mäander
Unterwegs schon die schönsten Ausblicke

Am Uvac Canyon dann atemberaubende Perspektiven
Übernachte an der Canyon Kante

 

Sjenica

Beginn des Uvac Canyons
 

14.VI.2022 | 10. Etappe: Molitva – Sjenica

 
Strecke: 20 Km | gesamt: 466 km
unterwegs: 11:00 – 15:00 Uhr
Wetter: bedeckt, später sonnig, angenehm warm
 

Auf Schotterpisten zum Anfang des mäandrierenden Canyons
durch bunte Blumenwiesen und teichartig vergrößerte Pfützen

das anvisierte Café mit Zeltplatz existiert nur noch auf der Karte
zwar ein paar Wochenendhäser aber keine touristische Infrastruktur
Grund dafür der niedrige Wasserstand der Uvac?
ein Sprungturm ragt jetzt über bewachsene Geröllfelder – das Wasser beginnt erst 50 Meter weiter
bizarrer Ort mit Booten auf dem Trockenen

Weiterfahrt nach Sjenica
Beginn einer von Hügeln gesäumten Hochebene
muslimisch geprägt – große Moschee im Zentrum
Cafés und einige Supermärkte verkaufen keinen Alkohol
beobachte vom Restaurant aus den Gemeindearbeiter beim Rasenmähen im Stadtpark
wie er an Spielplätzen und Bäumen vorbeiknattert
mit etlichen Gesprächs- und Trinkpausen

Auf Vermittlung eines alten Patriarchen kann ich günstig in einer großzügigen Monteursunterkunft übernachten


Die Balkankur

Anwendungen: den ganzen Tag an frischer Luft
viel Fahrrad fahren
viel in Cafés sitzen
viel Kaffee trinken
Diät: NUR Weißmehlprodukte Schweinefleisch und Süßigkeiten!
Atemtherapie: tiefes Inhalieren blauer Dieselwolken aus alten LKW
und dicker Rauchwolken von kettenrauchenden Mitkurgästen
Sehr heilsam. Macht definitiv glücklich! 🙂

 

Bor

Auftanken
 

15.VI.2022 | 11. Etappe: Sjenica – Bor

 
Strecke: 64 Km | gesamt: 530 km
unterwegs: 10:30 – 19:00 Uhr
Wetter: heiß, sonnig, schön, abends kühl
 

Von Sjenica führt ein ausgeschilderter Fahrradweg über die Hochebene bis Karajukica
Herrliche Strecke weite Wiesen und Weiden
Am Ortseingang verlaufen sich ein paar Kühe auf das Gelände der Tankstelle
Sie genießen hier Narrenfreiheit – laufen uneingezäunt umher: indische Verhältnisse

Mittagspause in der einzigen Einkehrmöglichkeit des Ortes
Es gibt das übliche: Cevapi und Salat
Ich fahre weiter durch einsame Dörfer mit verstreuten Häusern und kleinen Moscheen
In der Ferne die Hügel im Grenzland zu Montenegro

Hinter Suvi Do wage ich den Aufstieg Richtung Grenze
Auf unbefestigten Hirtenwegen geht es durch die Berge
Seltsame Landschaft: langgestreckte waldlose Höhen und Täler
Wenig einzeln liegende Gehöfte – immer weit ab vom Weg
aus einigen wütendes Hundegebell

Auf Montenegrinischer Seite geht es dann wieder bergab
Mein Ziel ist eine bei Google eingetragene Pension
Bei der Schussfahrt durch einen Wald werde ich von einer Polizeistreife angehalten
Das Passieren der Grünen Grenze wird hier nicht gern gesehen
Die beiden Polizisten wollen mir ein wenig Angst machen und erklären ich hätte jetzt ein GROSSES Problem
Dann nehmen sie doch nur meine Personalien auf und lassen mich weiter fahren

Ich erreiche mein anvisiertes Ziel – wunder mich über das Fehlen jeglicher Hinweisschilder
Die Gastgeber sind merklich überrascht von meinem Besuch
Sie hatten mit keinen Gästen gerechnet – sind mitten in der Renovierung des Hauses
Das Fremdenzimmer wird schnell hergerichtet und derweil Schnaps serviert
Ich bin der erste Gast seit Corona

 

Rozaje

Durch die Berge Richtung Kosovarische Grenze
 

16.VI.2022 | 12. Etappe: Bor – Rozaje

 
Strecke: 40 Km | gesamt: 570 km
unterwegs: 11:00 – 17:30 Uhr
Wetter: klar, heiß, sonnig, schön
 

Bekomme vor dem Frühstück Besuch vom jüngsten Mitbewohner des Hauses

Nach opulenter Stärkung geht es über Petnjica nach Rozaje
Zwar nicht der direkteste Weg – aber mit der geringsten Steigung
unterwegs am Hang brennende Müllberge – Deja vue von Indien…
Erreiche am frühen Abend die schon sehr kosovarisch/ albanische anmutende Stadt
Unterkunft in einem kleinen Hotel im Hinterhof nahe des zentralen Platzes

 

Peja

Bazar in Peja
 

17.VI.2022 | 13. Etappe: Rozaje – Peja

 
Strecke: 51 Km | gesamt: 621 km
unterwegs: 10:30 – 17:30 Uhr
Wetter: bedeckt, kühl, Gewitter + Regen
 

Die Hauptstraße zum Pass nach Peja im Kosovo zieht sich endlos hin
Kilometerweite Steigung und immer wieder Gewitter
Ich werde ständig nass: vom Regen und vom Schwitzen
Irgendwann sind endlich Pass und Grenze passiert
Bei der ebensolangen Schussfahrt ins Tal komme ich ins Frieren

Der Kosovo wirkt wie eine weite Ebene eingerahmt vom Grenzgebirge Richtung Montenegro und Albanien
Auf dem Weg nach Peja wird mir schnell wieder warm
Die Wolken türmen sich zwar über der gewaltigen Bergkulisse
aber die Sonne kommt dennoch durch
der Verkehr wird dichter und hektischer
überall Baulärm und Baustellen
das pralle bunte chaotische Leben
Ich fahre als erstes zum zentralen Platz vor der Moschee

In den umliegenden kleinen Gassen gibt es Cafés kleine Geschäfte und Bazarstände
Dann beginnt wieder der Regen

Ich bleibe trocken unter dem Sonnenschirm eines Imbiss
Nach Kaffee und Sandwich ist das Gewitter vorübergezogen
Der Sandwichverkäufer empfiehlt mir ein Hostel in der Nähe
Seine Wegbeschreibung: „Just follow the river.“

Ich folge dem kleinen Bachlauf
und kämpfe mich durchs Gassengewirr
finde schließlich ein Hostel – aber nicht das gewiesene

Hinter einer Metalltür verbirgt sich ein angenehmer Garten
das Haus ist stilvoll und wohnlich mit alten Möbeln und Gegenständen eingerichtet
sehr schöne Atmosphäre und nette Gastgeber – aber wenig Gäste

Lasse den Tag in einer Bar am Fluss ausklingen

 

Bajram Curri

Albanische Alpen
 

18.VI.2022 | 14. Etappe: Peja – Bajram Curri

 
Strecke: 63 Km | gesamt: 684 km
unterwegs: 10:30 – 17:30 Uhr
Wetter: angenehm heiß, sonnig
 

Leichte Etappe – flaches Gelände bis Ponoshec
aber heiß – mache viele Pausen
besuche jedes Café und Restaurant auf dem Weg

Begegne unterwegs…
verirrten Ponys
alten häkelnden Frauen die freundlich grüßen
einem muslimischen Zentrum
Schildkröten…

Nach dem Pass – der Grenze zu Albanien – erste Blicke auf die Alpen
imposante Berge – davor der Fluss mit dem Wasser aus dem Guten Tal
steiler Anstieg vom Fluss zur Stadt
bin erschöpft und erledigt
nehme die erstbeste nicht ganz billige Unterkunft „Kings Apartment“ – wenigstens standesgemäß

 

Valbona

Im guten Tal
 

19.VI.2022 | 15. Etappe: Bajram Curri – Valbona

 
Strecke: 22 Km | gesamt: 706 km
unterwegs: 11:30 – 14:00 Uhr
Wetter: heiß, sonnig
 

Aufbruch nach Valbona – ins gute Tal
Zwar nur 22 Kilometer bis zum Quartier
aber dafür stetig bergauf
enges Kerbtal mit wildem Wildwasser

Beim Zusammenfluss mit einem weiteren Bergbach die Oase am Hotel Rilindia
(benannt nach der Albanischen Unabhängigkeitsbewegung des 19. Jahrhunderts)
unglaublich friedlicher und idyllischer Ort
komfortable Zeltwiese direkt vor dem Hoteleingang
Erhole mich erstmal auf der schattigen Terrasse unter den alten Buchen
– erkunde dann ein wenig die Gegend
Speise fürstlich und gehe früh schlafen

 

Valbona II

Im guten Tal
 

20.VI.2022 | 16. Etappe: Valbona

 
Strecke: 0 Km | gesamt: 706 km
unterwegs: Pausetag
Wetter: heiß, sonnig
 

Heute nur Fahrrad putzen
…und seliges Nichtstun
Lange auf der Terrasse sitzen Kaffee trinken träumen…

nachmittags ein kleiner Spaziergang zum See