14.VII.2021 | Polanczyk: Pausetag
früh aufgestanden
lange im Café gesessen
Leute beobachtet
beim Streichen der Holzbänke zugesehen
Wäsche gewaschen
Gegend erkundet
baden gewesen
zur Insel geschwommen
viel Eis gegessen
Auf der Suche nach dem Wunderbaren
früh aufgestanden
lange im Café gesessen
Leute beobachtet
beim Streichen der Holzbänke zugesehen
Wäsche gewaschen
Gegend erkundet
baden gewesen
zur Insel geschwommen
viel Eis gegessen
erst nach Lesko
Kaffee getrunken und Blaubeeren gekauft
den alten jüdischen Friedhof besichtigt: beeindruckend und berührend
der steile Berg voller krumm und schief stehender Grabsteine
und die Hinweistafel am Eingang über die nachträglich umgebetteten Opfer aus einem Lager
dann weiter über die Landstraße Richtung Polanczyk
unterwegs eine Baustelle nach der anderen
Pause gemacht unter einer Brücke an einem Zufluss zum San
idyllisches Plätzchen – viel Badebetrieb
dann der See: überschaubar, unspektakulär
netter Campingplatz: viele Familien, gemütlich, Gaststätte am Wasser
freundliche Zeltnachbarn: junge Familie aus Krakau mit Kind und Hund
baden gewesen, Schnitzel gegessen
weiter durchs Santal bis Sanok
– wenig interessante Stadt mit nettem Marktplatz und Schloss
Unterkunft bei einem Kanuweltmeister
Kurzer Schreck in der Früh: dass doch nicht alle Supermärkte am Sonntag geöffnet haben
Aber in Blazowa gibt es eine Dönerbude – ich komme über die Runden
vor dem Eiscafé stehen lange Schlangen: der Gottesdienst ist gerade zu Ende
In Dynow dann am wegweisenden Ziel angekommen: am San, dem Fluß der Flüsse
Idyllische Badestelle mit herrlichem Wasser und großem Badevergnügen
abends dann noch weiter durchs Flußtal vorbei an Altarmen und über eine Fußgängerhängebrücke

bis zu einem kleinen privaten – nicht öffentlichen – Zeltplatz
doch ich werde für eine Nacht geduldet und überschwänglich versorgt
Rzeszow gefällt mir
Im Park an der Wislok wird eine Veranstaltung vorbereitet, viel Musik, angenehm entspannte Atmosphäre, viel junge Leute unterwegs
der Campingplatz, den ich angepeilt hatte existiert leider nicht
stattdessen wunderschöne günstige Übernachtung auf dem Land gefunden, bei nur polnisch sprechender Heilpraktikerin
habe den ganzen Abend draußen im zauberhaften Garten gesessen
Heute: bei über 30°C gestartet. Immer am Fluss entlang. Erst Weichsel. Dann Dunajec.
gut vorangekommen, der Wind meist im Rücken, vorbei an netten Dörfern und Storchenwiesen
der Pirol in den Uferwäldern
Hitze
unterwegs die Entscheidung bis Tarnow durchzufahren: anstrengende Tour, die Gelenke beschweren sich
zu allem Überfluss ist kurz vor der Stadt die Brücke über die Dunajec wegen Renovierung gesperrt – das bedeutet einen 14 Km Umweg über eine Schnellstraße
so froh als ich endlich auf dem Zeltplatz bin. Er ist klein aber komfortabel, einem Hotel angegliedert.
abends Wetterleuchten und kühler. Nachts Gewitter. Zelt hat gut dicht gehalten.
Morgen mit dem Zug nach Rzeszow. Dann auf der „Green Velo Route“ Richtung Süden.
Kostenloses Zelten auf dem Grundstück eines zauberhaften Cafes. Mit Dusche!
Der Vater der Besitzerin zeigt mir seinen urigen alten Holzkahn, der am Ufer der Weichsel vertäut liegt. Mit ihm ist er vor einigen Jahren über Kanäle und Flüsse bis Recklinghausen und Münster getuckert.
Am nächsten Morgen Frühstück im Café, das extra für mich schon um 8:30 aufmacht.
Über mir im wilden Wein tausende summender Bienen. Glück.
Nun hast du diesen großen Baum und sorgst dich wegen seiner Nutzlosigkeit. Warum pflanzt du ihn nicht im Land ‚ohne Warum‘ in die offene Weite der Wildnis? Streife nichtstuend an seiner Seite umher und leg dich hin zu einem sorglosen Schläfchen unter ihn. Er wird nicht durch die Axt jung sterben, kein Ding fügt ihm Schaden zu. Da er zu nichts nutze ist, wie könnte er da Not leiden?
Zhuangzi
Reisen ist, wenn man Dinge erlebt,
an die man sich ein Lebtag zu erinnern glaubt
und die man, kaum zu Hause, sofort wieder vergisst.
Juli Zeh