Huta Polanska

Steinbrücke und Holzkirche in Olchowiec
 

24.VII.2021 | 14. Etappe: Tylawa – Huta Polanska

 
Strecke: 31 Km | gesamt: 733 Km
unterwegs: 10:00 – 17:00 Uhr
Wetter: Sonne, heiß, wenig Wolken, nachmittags windig
 
 
 

aus den Vorkarpaten jetzt in die niederen Beskiden – die Beskid Niski
die Gegend ist hier mehr landwirtschaftlich geprägt
die Berge nicht mehr ganz so hoch – fast ein wenig wie in Franken
schöne Fahrradroute durch die Wiesen
verpasse einmal den Abzweig und muss dann weit über eine abschüssige Heuwiese schieben
danach gehts bergab durch ein enges Bachtal
aber auch nur schiebender Weise da sich überall das Wasser der vortägigen Gewitter staut
in den Auen Reste der verlassenen Lemkendörfer – eine nach dem Krieg vertriebene Ukrainische Volksgruppe
erste Station unterwegs: Olchowiec mit alter Steinbrücke und orthodoxer Holzkirche
dann weiter nach Polany vorbei am Lemkenmuseum
im Ort eine mächtige in den achtziger Jahren wieder aufgebaute orthodoxe Kirche
viel zu groß für das kleine Dorf
überall entstehen neue Edelquartiere für Urlauber
ich mache noch einen Abstecher nach Krempna zur Nationalparkausstellung und zum Eiscafé
danach zurück über Polany nach Huta Polanska – letzter Aussenposten vor der Slowakischen Grenze
mitten im Wald komfortable Reiterpension mit Zeltwiese
viel Familienbetrieb und große Grillgelage direkt neben meinem Zelt
muss am späten Abend nochmal umziehen
dafür üppiges leckeres Frühstück am nächsten Morgen im Aufenthaltsraum

Tylawa

Trinkwasserversorgung auf dem schönsten Zeltplatz
 

23.VII.2021 | 13. Etappe: Komancza – Tylawa

 
Strecke: 46 Km | gesamt: 702 Km
unterwegs: 9:30 – 16:00 Uhr
Wetter: Sonne, Wolken, windstill, trocken
 
 
 

auf Empfehlung einer Reisebekanntschaft Abstecher durch den Nationalpark
mitten im Fichtenwald nah der Slowakischen Grenze eine wunderschöne Lichtung
offizieller Biwakplatz für Wanderer
mit Feuerstelle überdachter Sitzgruppe und kleinem Bach zur Wasserversorgung
zauberhaft idyllisch: hier könnte man es eine Weile aushalten
doch ich fahre weiter – bergab wieder Richtung Hauptstraße
durch eine verwunschene Heide- und Moorlandschaft
Etappenziel ist ein Campingplatz an der Nord- Südschnellstraße
keine Idylle aber mit allem was man braucht
der Besitzer kann jeden Neuankömmling in dessen Landessprache begrüßen
neben mir ein nettes holländisches Pärchen mit Wohnmobil und Hund

Komancza Tag 2

Grenzwald Polen – Slowakai
 

22.VII.2021 | Komancza Tag 2: Ausflug in die Slowakai (Medzilaborce)

 
Strecke: 65 Km | gesamt: 656 Km
unterwegs: 10:15 – 19:00 Uhr
Wetter: Wolken, Sonne, windig, trocken
 

auf einem Wanderweg mehr schiebend als fahrend bis zur Grenze: ein Höhenzug im Wald
dann auf der anderen Seite hinunter in die Slowakai auf Forstwirtschaftswegen
begegne Waldarbeitern und einem gigantischen geländegängigen LKW
folge immer dem am besten befahrbaren Weg bis ich wieder asphaltierten Boden erreiche
von dort über die Dörfer nach Medzilaborce – kleines Städtchen am Fuß des Grenzwaldes
kehre ein im einzigen Gasthaus des Ortes
nettes Gespräch mit Tischnachbarn
ein eigenwilliger Mensch im Anzug (trotz Hitze) und mit Hund
wie sich herausstellt ein Engländer mit tschechischen Wurzeln der sich überschwänglich begeistert für die Schönheit der Landschaft
dann durch das langgestreckte Tal zurück Richtung Polen
kaum Autoverkehr – für den motorisierten Verkehr ist die Schotterpiste über die Grenze gesperrt
unterwegs einige Stopps: zum Nachtanken von Kaffee, Cola und Eis
und zum Fotografieren von Störchen

Komancza

Furt durch die Oslawa
 

21.VII.2021 | 12. Etappe: Smolnik – Komancza

 
Strecke: 50 Km | gesamt: 591 Km
unterwegs: 10:00 – 17:00 Uhr
Wetter: Wolken, warm, wechselhaft, trocken
 
 

morgens Gespräch mit einem polnischen Familienvater
er ist mit Frau und zwei wahnsinnig energiegeladenen Mädchen unterwegs
er empfiehlt mir in die Gegend hinter Przemysl an der Ukrainischen Grenze zu fahren
dort gibt es noch viel unberührte Natur
aber wenn ich so richtig abgefahrene Dinge sehen will soll ich richtig in die Ukraine fahren
das kann man gar nicht glauben was es dort alles gibt
als Tip für die unmittelbare Umgebung rät er mir einen Abstecher nach Lupkow zu machen
es liegt zwar nicht auf meiner Route aber ich habe Zeit und bin offen für Abenteuer
über einen zauberhaften Weg durch die Wiesen komme ich zu einer Wanderherberge in der die Zeit still zu stehen scheint
herrlich urig und phantasievoll eingerichtet – man fühlt sich in ein anderes Jahrhundert versetzt
Wasser gibt es nicht – nur Plumpsklos und einen Brunnen
gekocht wird auf einem Holz gefeuerten Herd
leider wird keine 500 Meter entfernt eine neue Schnellstraße gebaut
unmittelbar neben der Trasse die Reste eines alten orthodoxen Friedhofs
 

 
kurz hinter dem Friedhof eine vergessene Bahnstation
man glaubt kaum dass hier ein Zug aus Krakow Richtung Slowakai hält
wie eine Hinweistafel erklärt ist über diese Strecke aber schon der brave Soldat Schwejk gereist
idyllische Landschaft und schöner Wanderweg zur und entlang der Grenze zur Slowakai
ich lasse Idylle und Grenze hinter mir und fahre durchs Oslawa Tal Richtung Komancza
der Fluss muss mehrmals durch Furten überquert werden
auf halber Strecke an einem Wanderwegknoten ein nettes Café mit reichlich Betrieb durch mehrere Wanderfamilien
die Tour ist zauberhaft in autofreier Natur – und trotzdem asphaltiert
gegen Nachmittag dann in Komancza
die angesteuerte Wanderherberge hat leider dicht gemacht – auch wenn Werbeschilder im Ort etwas anderes sagen
ebenso die Gastronomie – die Zeit als Urlaubsort wohl vorbei
nach einigem kreuz und quer fahren finde ich noch ein Privatzimmer am Ortsausgang

Smolnik

Haus in Smolnik
 

20.VII.2021 | 11. Etappe: Liszna – Smolnik (+ Abstecher in die Berge)

 
Strecke: 54 Km | gesamt: 541 Km
unterwegs: 10:00 – 19:15 Uhr
Wetter: Wolken, kühl, Sprühregen; abends ein paar Sonnenblicke
 
 
 

wähle die landschaftlich schöne Strecke durch die Berge
will über den Bergbahnhof an der Slowakischen Grenze und die dahinter liegenden Wiesen eine Abkürzung zur Hauptstraße fahren
sehe zwar die Bergbahn und winke begeisterten Kindern zu aber erreiche den Bahnhof nicht
das GPS spinnt und die Wege sind vom Regen so aufgeweicht dass sich jede Menge Lehm an Reifen und Sohlen sammelt
ich kehre um und nehme doch den Asphalt
es ist nur ein Pass zu überwinden dann geht es bergab mit Rückenwind
gegen Mittag bin ich in Smolnik
urige Wanderherberge mit Gaststätte, Zimmern und Zeltwiese
die Stereoanlage dudelt Bob Dylan in Endlosschleife
viel interessante Kunst und Deko an Wänden und Fensterbrettern
ich esse meine ersten Pirogi
nach grober Reinigung des Fahrrads noch eine Tour ohne Gepäck in die Berge
Serpentinen bergauf durch endlosen Wald

Liszna Tag 2

Wanderung auf den Wyzna durch den Nebelwald
 

19.VII.2021 | Liszna Tag 2

 
Wetter: morgens Gewitter, dann trocken und Wanderwetter
 

morgens kurz vor sechs heftiges Gewitter
bin froh unter einem festen Dach zu sein

  Sitzen am Fenster
das Prasseln des Regens hören
  und ein fernes Radio in einer fremden Sprache
gelegentlich ein Vogel
  dem das Wetter nichts anzuhaben scheint
langsam wegdämmern
  in einen Zustand schläfriger Bewußtheit

nachmittags am Bahnhof von Majdan
dem Abfertigen der Bergbahn – große Touristenattraktion – beiwohnen
aber nicht mitfahren
der Regen hat aufgehört
ich wandere durch den Nebelwald auf einen nahegelegenen kleinen Berg
werde unterwegs von einem freundlichen Autofahrer auf das Fehlen strategisch wichtiger Brücken hingewiesen
bergab muss ich mehrmals einen reißenden Bergbach durchqueren
zuletzt auch einen breiteren Fluss
komme mir vor wie Christopherus

Liszna

Bergbahn in Majdan
 

18.VII.2021 | 10. Etappe: Ustrzyki Gorne – Liszna

 
Strecke: 40 Km | gesamt: 487 Km
unterwegs: 9:30 – 15:00 Uhr
Wetter: Sonne und Wolken, trocken, in den Bergen Gewitter
 
 
 

etwas holpriges Gespräch mit meinem polnischen Zeltnachbarn auf englisch
Frühstück am Supermarkt
dann über die Hauptstraße weiter
hügelige Strecke viele Anstiege und Serpentinen
in Wetlina lange Pause in Biker Kneipe mit irrer Kunstausstellung
hinter Kalnica auf Nebenstraßen in die Berge
auf Pferdewegen völlig verfranst und viel geflucht
schließlich doch den asphaltierten Fahrradweg über die Höhe gefunden
in endloser Schussfahrt bergab
jähes Ende an einer Schlucht deren Brücke neu gebaut wird
Fahrrad und Gepäck einzeln den steilen Weg hinunter und hinauf getragen
dann weiter über Cisna nach Liszna
mit viel Glück ein Zimmer in Ökopension bekommen
direkt neben kleinem Streichelzoo
super schönes Zimmer und lecker liebevolle Verpflegung
abends noch Spaziergang zu idylischer Bar am Fluss

Ustrzyki Gorne

Wanderung über die Połonina Caryńska
 

17.VII.2021 | 9. Etappe: Tarnawa Nizna – Ustrzyki Gorne

 
Strecke: 25 Km | gesamt: 447 Km
unterwegs: 8:30 – 11:00 Uhr
Wetter: sonnig, heiß, trocken
 
 
 

früh gestartet
erste Pause in Muczne
aufstrebender Urlaubsort mit großem Hotel
dann geht es eigentlich nur noch bergab
mittags schon in Ustrzyki Gorne
Quartier auf dem Campingplatz
in der auf traditionell getrimmten Gaststätte Kaffee getrunken
selbstgebackenes Brot und Käse vom Marktstand gekauft
dann zur Bergwanderung auf die Polonina Carynska
das heißt: einreihen in die Kolonne der Urlaubswanderer
schöne Ausblicke über der Baumgrenze
ausgetretene Wege und üppige Blaubeerinseln
längere Rast auf dem Gipfel bei Wasser und Studentenfutter
viele Familien unterwegs
auch mit kleinen Kindern
auf dem Rückweg zur Hauptstraße werde ich von einem Vater mit einer Vierjährigen überholt
das letzte Stück zurück im Taxi
auf dem Zeltplatz nettes Gespräch mit einem Pärchen aus Oberhausen
abends im Ort in jeder Gaststätte Live Musik

Tarnawa Nizna

Auf dem Weg zur Ukrainischen Grenze
 

16.VII.2021 | 8. Etappe: Zatwarnica – Tarnawa Nizna

 
Strecke: 51 Km | gesamt: 422 Km
unterwegs: 10:00 – 16:30 Uhr
Wetter: heiß; nachmittags Gewitter und ergiebiger Regen
 
 
 

Frühstück im Hotel
weiter am San entlang
kurz vor der Hauptstraße eine Quelle mit angenehm kalten Wasser
dann beginnen die Anstiege
Erstkontakt mit hartnäckigen Bremsen
auf der Kuppe eine open-air Ausstellung zu Waldarbeit und Teerschwelerei
von dort geht ein Schotterweg durch ein Bachtal parallel zur Asphaltstraße
von der Landschaft bekomme ich nicht viel mit
kämpfe die ganze Zeit mit Myriaden von Bremsen
traue mich nicht anzuhalten
nur ein einziges Mal
für das Foto von einer Bärenspur

 
 

der Himmel hat sich plötzlich sehr zugezogen
und es gewittert in der Ferne
erste Tropfen fallen
bis zu meinem Tagesziel sind es noch acht Kilometer
Ich beginne einen Wettlauf mit der Regenfront
und verliere
der Regen steigert sich zu einem Sintflutniederschlag
es ist keine Unterstellmöglichkeit in Sicht und die Bäume bieten auch nicht viel Schutz
inzwischen kreist das Gewitter direkt über mir
an einen abgestorbenen Baum gelehnt warte ich über eine Stunde
bis es sich in Normalstärke eingeregnet hat
und schiebe dann klitschnass mein Rad durch den Matsch
zumindest die Bremsen bin ich los
kurz vor dem Dorf sortieren Waldarbeiter schon wieder Baumstämme
über die Hauptstraße rolle ich dann in den Ort
der Regen hört langsam auf
die einzige Übernachtungsmöglichkeit ist eine schäbige Wandererunterkunft mit unangenehmem Ostcharme
meine Hütte teile ich mir mit einem Trupp kettenrauchender Arbeiter
in der seit 50 Jahren nicht renovierten Kantine gibt es günstigen Bigos
Ich dusche und reinige mein Fahrrad vom Schlamm
dann mache ich noch einen Abendausflug an die Ukrainische Grenze
der San ist hier nur noch ein schmaler Bach
zu einem ausgeschilderten Aussichtspunkt direkt am Flussufer
gegenüber einer einsam in den Wiesen liegenden Russisch Orthodoxen Kirche
schönes Fotomotiv
die Regenwolken haben sich verzogen und es ist ein zauberhafter Abend mit einem unglaublichen Licht
in der Nacht hör ich eine Wandergruppe am Feuer singen und musizieren
eigentlich wollte ich ein paar Tage bleiben und die Gegend erkunden
doch wegen der unsicheren Wetterlage und der wenig gemütlichen Unterkunft fahr ich am nächsten Tag weiter in die Bieszczady Touristen Hochburg

Zatwarnica

Am San Fluß
 

15.VII.2021 | 7. Etappe: Polanczyk – Zatwarnica

 
Strecke: 38 Km | gesamt: 371 Km
unterwegs: 10:30 – 17:30 Uhr
Wetter: heiß, schwül; abends Gewitter und ergiebiger Regen
 
 
 

Oberlauf des San
hinter der Mündung in den Stausee
der Fluss ganz breit und flach
das Wasser angenehm temperiert
vorbei an einem traumhaft schönen ruhigen Zeltplatz
dann über die Brücke ins Naturschutzgebiet
den hügeligen Schotterweg entlang
parrallel zum Fluss durch den Wald
unterwegs Wander- und Pfadfindergruppen
ein Wanderer erzählt von Bärenspuren auf der anderen Flussseite
kurz vor Zatwarnica zwei polnische Radwanderpärchen
sie machen eine komplette Polenumrundung
und empfehlen das Café „Kino konkret“ in Zatwarnica
hier gibts leckeren selbstgemachten Kuchen und guten Kaffee
und zwei Mal in der Woche abends Kino
ausserdem viel Literatur zur Region, Kunsthandwerk und interessante Veranstaltungen
Treffpunkt der Bieszczady Alternativ Kunstszene
der Film am Abend fällt jedoch leider aus wegen heftigen Gewitters und Stromausfall
Ich warte auf der überdachten Terrasse des Campingplatzes zwei Stunden dass der Regen nachläßt
schließlich baue ich mein Zelt auf der Terrasse auf