Tarnawa Nizna

Auf dem Weg zur Ukrainischen Grenze
 

16.VII.2021 | 8. Etappe: Zatwarnica – Tarnawa Nizna

 
Strecke: 51 Km | gesamt: 422 Km
unterwegs: 10:00 – 16:30 Uhr
Wetter: heiß; nachmittags Gewitter und ergiebiger Regen
 
 
 

Frühstück im Hotel
weiter am San entlang
kurz vor der Hauptstraße eine Quelle mit angenehm kalten Wasser
dann beginnen die Anstiege
Erstkontakt mit hartnäckigen Bremsen
auf der Kuppe eine open-air Ausstellung zu Waldarbeit und Teerschwelerei
von dort geht ein Schotterweg durch ein Bachtal parallel zur Asphaltstraße
von der Landschaft bekomme ich nicht viel mit
kämpfe die ganze Zeit mit Myriaden von Bremsen
traue mich nicht anzuhalten
nur ein einziges Mal
für das Foto von einer Bärenspur

 
 

der Himmel hat sich plötzlich sehr zugezogen
und es gewittert in der Ferne
erste Tropfen fallen
bis zu meinem Tagesziel sind es noch acht Kilometer
Ich beginne einen Wettlauf mit der Regenfront
und verliere
der Regen steigert sich zu einem Sintflutniederschlag
es ist keine Unterstellmöglichkeit in Sicht und die Bäume bieten auch nicht viel Schutz
inzwischen kreist das Gewitter direkt über mir
an einen abgestorbenen Baum gelehnt warte ich über eine Stunde
bis es sich in Normalstärke eingeregnet hat
und schiebe dann klitschnass mein Rad durch den Matsch
zumindest die Bremsen bin ich los
kurz vor dem Dorf sortieren Waldarbeiter schon wieder Baumstämme
über die Hauptstraße rolle ich dann in den Ort
der Regen hört langsam auf
die einzige Übernachtungsmöglichkeit ist eine schäbige Wandererunterkunft mit unangenehmem Ostcharme
meine Hütte teile ich mir mit einem Trupp kettenrauchender Arbeiter
in der seit 50 Jahren nicht renovierten Kantine gibt es günstigen Bigos
Ich dusche und reinige mein Fahrrad vom Schlamm
dann mache ich noch einen Abendausflug an die Ukrainische Grenze
der San ist hier nur noch ein schmaler Bach
zu einem ausgeschilderten Aussichtspunkt direkt am Flussufer
gegenüber einer einsam in den Wiesen liegenden Russisch Orthodoxen Kirche
schönes Fotomotiv
die Regenwolken haben sich verzogen und es ist ein zauberhafter Abend mit einem unglaublichen Licht
in der Nacht hör ich eine Wandergruppe am Feuer singen und musizieren
eigentlich wollte ich ein paar Tage bleiben und die Gegend erkunden
doch wegen der unsicheren Wetterlage und der wenig gemütlichen Unterkunft fahr ich am nächsten Tag weiter in die Bieszczady Touristen Hochburg

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