Kategorie: Südost Polen

Smolnik

Haus in Smolnik
 

20.VII.2021 | 11. Etappe: Liszna – Smolnik (+ Abstecher in die Berge)

 
Strecke: 54 Km | gesamt: 541 Km
unterwegs: 10:00 – 19:15 Uhr
Wetter: Wolken, kühl, Sprühregen; abends ein paar Sonnenblicke
 
 
 

wähle die landschaftlich schöne Strecke durch die Berge
will über den Bergbahnhof an der Slowakischen Grenze und die dahinter liegenden Wiesen eine Abkürzung zur Hauptstraße fahren
sehe zwar die Bergbahn und winke begeisterten Kindern zu aber erreiche den Bahnhof nicht
das GPS spinnt und die Wege sind vom Regen so aufgeweicht dass sich jede Menge Lehm an Reifen und Sohlen sammelt
ich kehre um und nehme doch den Asphalt
es ist nur ein Pass zu überwinden dann geht es bergab mit Rückenwind
gegen Mittag bin ich in Smolnik
urige Wanderherberge mit Gaststätte, Zimmern und Zeltwiese
die Stereoanlage dudelt Bob Dylan in Endlosschleife
viel interessante Kunst und Deko an Wänden und Fensterbrettern
ich esse meine ersten Pirogi
nach grober Reinigung des Fahrrads noch eine Tour ohne Gepäck in die Berge
Serpentinen bergauf durch endlosen Wald

Liszna Tag 2

Wanderung auf den Wyzna durch den Nebelwald
 

19.VII.2021 | Liszna Tag 2

 
Wetter: morgens Gewitter, dann trocken und Wanderwetter
 

morgens kurz vor sechs heftiges Gewitter
bin froh unter einem festen Dach zu sein

  Sitzen am Fenster
das Prasseln des Regens hören
  und ein fernes Radio in einer fremden Sprache
gelegentlich ein Vogel
  dem das Wetter nichts anzuhaben scheint
langsam wegdämmern
  in einen Zustand schläfriger Bewußtheit

nachmittags am Bahnhof von Majdan
dem Abfertigen der Bergbahn – große Touristenattraktion – beiwohnen
aber nicht mitfahren
der Regen hat aufgehört
ich wandere durch den Nebelwald auf einen nahegelegenen kleinen Berg
werde unterwegs von einem freundlichen Autofahrer auf das Fehlen strategisch wichtiger Brücken hingewiesen
bergab muss ich mehrmals einen reißenden Bergbach durchqueren
zuletzt auch einen breiteren Fluss
komme mir vor wie Christopherus

Liszna

Bergbahn in Majdan
 

18.VII.2021 | 10. Etappe: Ustrzyki Gorne – Liszna

 
Strecke: 40 Km | gesamt: 487 Km
unterwegs: 9:30 – 15:00 Uhr
Wetter: Sonne und Wolken, trocken, in den Bergen Gewitter
 
 
 

etwas holpriges Gespräch mit meinem polnischen Zeltnachbarn auf englisch
Frühstück am Supermarkt
dann über die Hauptstraße weiter
hügelige Strecke viele Anstiege und Serpentinen
in Wetlina lange Pause in Biker Kneipe mit irrer Kunstausstellung
hinter Kalnica auf Nebenstraßen in die Berge
auf Pferdewegen völlig verfranst und viel geflucht
schließlich doch den asphaltierten Fahrradweg über die Höhe gefunden
in endloser Schussfahrt bergab
jähes Ende an einer Schlucht deren Brücke neu gebaut wird
Fahrrad und Gepäck einzeln den steilen Weg hinunter und hinauf getragen
dann weiter über Cisna nach Liszna
mit viel Glück ein Zimmer in Ökopension bekommen
direkt neben kleinem Streichelzoo
super schönes Zimmer und lecker liebevolle Verpflegung
abends noch Spaziergang zu idylischer Bar am Fluss

Ustrzyki Gorne

Wanderung über die Połonina Caryńska
 

17.VII.2021 | 9. Etappe: Tarnawa Nizna – Ustrzyki Gorne

 
Strecke: 25 Km | gesamt: 447 Km
unterwegs: 8:30 – 11:00 Uhr
Wetter: sonnig, heiß, trocken
 
 
 

früh gestartet
erste Pause in Muczne
aufstrebender Urlaubsort mit großem Hotel
dann geht es eigentlich nur noch bergab
mittags schon in Ustrzyki Gorne
Quartier auf dem Campingplatz
in der auf traditionell getrimmten Gaststätte Kaffee getrunken
selbstgebackenes Brot und Käse vom Marktstand gekauft
dann zur Bergwanderung auf die Polonina Carynska
das heißt: einreihen in die Kolonne der Urlaubswanderer
schöne Ausblicke über der Baumgrenze
ausgetretene Wege und üppige Blaubeerinseln
längere Rast auf dem Gipfel bei Wasser und Studentenfutter
viele Familien unterwegs
auch mit kleinen Kindern
auf dem Rückweg zur Hauptstraße werde ich von einem Vater mit einer Vierjährigen überholt
das letzte Stück zurück im Taxi
auf dem Zeltplatz nettes Gespräch mit einem Pärchen aus Oberhausen
abends im Ort in jeder Gaststätte Live Musik

Tarnawa Nizna

Auf dem Weg zur Ukrainischen Grenze
 

16.VII.2021 | 8. Etappe: Zatwarnica – Tarnawa Nizna

 
Strecke: 51 Km | gesamt: 422 Km
unterwegs: 10:00 – 16:30 Uhr
Wetter: heiß; nachmittags Gewitter und ergiebiger Regen
 
 
 

Frühstück im Hotel
weiter am San entlang
kurz vor der Hauptstraße eine Quelle mit angenehm kalten Wasser
dann beginnen die Anstiege
Erstkontakt mit hartnäckigen Bremsen
auf der Kuppe eine open-air Ausstellung zu Waldarbeit und Teerschwelerei
von dort geht ein Schotterweg durch ein Bachtal parallel zur Asphaltstraße
von der Landschaft bekomme ich nicht viel mit
kämpfe die ganze Zeit mit Myriaden von Bremsen
traue mich nicht anzuhalten
nur ein einziges Mal
für das Foto von einer Bärenspur

 
 

der Himmel hat sich plötzlich sehr zugezogen
und es gewittert in der Ferne
erste Tropfen fallen
bis zu meinem Tagesziel sind es noch acht Kilometer
Ich beginne einen Wettlauf mit der Regenfront
und verliere
der Regen steigert sich zu einem Sintflutniederschlag
es ist keine Unterstellmöglichkeit in Sicht und die Bäume bieten auch nicht viel Schutz
inzwischen kreist das Gewitter direkt über mir
an einen abgestorbenen Baum gelehnt warte ich über eine Stunde
bis es sich in Normalstärke eingeregnet hat
und schiebe dann klitschnass mein Rad durch den Matsch
zumindest die Bremsen bin ich los
kurz vor dem Dorf sortieren Waldarbeiter schon wieder Baumstämme
über die Hauptstraße rolle ich dann in den Ort
der Regen hört langsam auf
die einzige Übernachtungsmöglichkeit ist eine schäbige Wandererunterkunft mit unangenehmem Ostcharme
meine Hütte teile ich mir mit einem Trupp kettenrauchender Arbeiter
in der seit 50 Jahren nicht renovierten Kantine gibt es günstigen Bigos
Ich dusche und reinige mein Fahrrad vom Schlamm
dann mache ich noch einen Abendausflug an die Ukrainische Grenze
der San ist hier nur noch ein schmaler Bach
zu einem ausgeschilderten Aussichtspunkt direkt am Flussufer
gegenüber einer einsam in den Wiesen liegenden Russisch Orthodoxen Kirche
schönes Fotomotiv
die Regenwolken haben sich verzogen und es ist ein zauberhafter Abend mit einem unglaublichen Licht
in der Nacht hör ich eine Wandergruppe am Feuer singen und musizieren
eigentlich wollte ich ein paar Tage bleiben und die Gegend erkunden
doch wegen der unsicheren Wetterlage und der wenig gemütlichen Unterkunft fahr ich am nächsten Tag weiter in die Bieszczady Touristen Hochburg

Zatwarnica

Am San Fluß
 

15.VII.2021 | 7. Etappe: Polanczyk – Zatwarnica

 
Strecke: 38 Km | gesamt: 371 Km
unterwegs: 10:30 – 17:30 Uhr
Wetter: heiß, schwül; abends Gewitter und ergiebiger Regen
 
 
 

Oberlauf des San
hinter der Mündung in den Stausee
der Fluss ganz breit und flach
das Wasser angenehm temperiert
vorbei an einem traumhaft schönen ruhigen Zeltplatz
dann über die Brücke ins Naturschutzgebiet
den hügeligen Schotterweg entlang
parrallel zum Fluss durch den Wald
unterwegs Wander- und Pfadfindergruppen
ein Wanderer erzählt von Bärenspuren auf der anderen Flussseite
kurz vor Zatwarnica zwei polnische Radwanderpärchen
sie machen eine komplette Polenumrundung
und empfehlen das Café „Kino konkret“ in Zatwarnica
hier gibts leckeren selbstgemachten Kuchen und guten Kaffee
und zwei Mal in der Woche abends Kino
ausserdem viel Literatur zur Region, Kunsthandwerk und interessante Veranstaltungen
Treffpunkt der Bieszczady Alternativ Kunstszene
der Film am Abend fällt jedoch leider aus wegen heftigen Gewitters und Stromausfall
Ich warte auf der überdachten Terrasse des Campingplatzes zwei Stunden dass der Regen nachläßt
schließlich baue ich mein Zelt auf der Terrasse auf

Polanczyk

Jüdischer Friedhof in Lesko
 

13.VII.2021 | 6. Etappe: Sanok – Polanczyk

 
Strecke: 42 Km | gesamt: 333 Km
unterwegs: 9:30 – 17:15 Uhr
Wetter: sonnig, heiß
 
 
 

erst nach Lesko
Kaffee getrunken und Blaubeeren gekauft
den alten jüdischen Friedhof besichtigt: beeindruckend und berührend
der steile Berg voller krumm und schief stehender Grabsteine
und die Hinweistafel am Eingang über die nachträglich umgebetteten Opfer aus einem Lager
dann weiter über die Landstraße Richtung Polanczyk
unterwegs eine Baustelle nach der anderen
Pause gemacht unter einer Brücke an einem Zufluss zum San
idyllisches Plätzchen – viel Badebetrieb
dann der See: überschaubar, unspektakulär
netter Campingplatz: viele Familien, gemütlich, Gaststätte am Wasser
freundliche Zeltnachbarn: junge Familie aus Krakau mit Kind und Hund
baden gewesen, Schnitzel gegessen

Sanok

Orthodoxe Kirche in Ulucz. In russischer Holzbauweise
 

12.VII.2021 | 5. Etappe: Niewistka – Sanok

 
Strecke: 49 Km | gesamt: 291 Km
unterwegs: 7:45 – 14:30 Uhr
Wetter: sonnig, heiß; nachmittags: Gewitter, kühler, wechselhaft
 
 
 

weiter durchs Santal bis Sanok
– wenig interessante Stadt mit nettem Marktplatz und Schloss
Unterkunft bei einem Kanuweltmeister

Niewistka

Kostenloser Zeltplatz am San.
Von rührenden Zeltnachbarn zum Frühstück eingeladen.
 

11.VII.2021 | 4. Etappe: Borek Stary – Niewistka

 
Strecke: 65 Km | gesamt: 242 Km
unterwegs: 9:30 – 20:00 Uhr
Wetter: sonnig, heiß
 
 
 

Kurzer Schreck in der Früh: dass doch nicht alle Supermärkte am Sonntag geöffnet haben
Aber in Blazowa gibt es eine Dönerbude – ich komme über die Runden
vor dem Eiscafé stehen lange Schlangen: der Gottesdienst ist gerade zu Ende
In Dynow dann am wegweisenden Ziel angekommen: am San, dem Fluß der Flüsse
Idyllische Badestelle mit herrlichem Wasser und großem Badevergnügen
abends dann noch weiter durchs Flußtal vorbei an Altarmen und über eine Fußgängerhängebrücke

 
 

bis zu einem kleinen privaten – nicht öffentlichen – Zeltplatz
doch ich werde für eine Nacht geduldet und überschwänglich versorgt