Sremska Mitrovica

Der Segen reist mit
 

6.VI.2022 | 2. Etappe: Otok – Sremska Mitrovica

 
Strecke: 82 Km | gesamt: 105 km
unterwegs: 8:30 – 18:00 Uhr
Wetter: heiß, windstill, mittags Gewitter
 

Stehe um kurz vor acht auf packe und fahre los
Im nächsten Ort kaufe ich Frühstück
Freue mich auf ein Trinkjoghurt: alte Tradition aus den Urläuben mit Rike in Kroatien
Auf einer Schotterstraße durch die Felder bei Tovarnik kurz vor der Serbischen Grenze
fängt die Gangschaltung an zu spinnen: einige Gänge lassen sich nicht mehr ansteuern…
Eine Polizeistreife taucht plötzlich aus dem Nichts auf
Der Polizist kontrolliert meine Papiere und weist mich darauf hin dass ich mich im Grenzgebiet befinde…
Die Schaltung läßt sich notdürftig justieren – aber sie schleift und klackt

An der Grenze keine Probleme
Auf Serbischer Seite stauen sich die LKW kilometerlang
Es macht den Eindruck als liefe der komplette Warenverkehr des Balkans über diese Grenze
In Sid dem ersten Ort auf Serbischer Seite mache ich Pause
Ein heftiges Gewitter zieht auf und ich mich für knapp zwei Stunden in ein Café zurück…

Nehme dann den direkten Weg nach Sremska Mitrovica über die Hauptstraße und nicht die landschaftlich schöne Strecke am Fluß entlang
Leckeres verspätetes Mittagessen in einer Gaststätte am Saveufer
Dann weiter zum Zeltplatz im Naturschutzgebiet an einem alten Savearm
Nur wenige Stellplätze sehr schattig und urgemütlich unter hohen Bäumen kaum Gäste: meist Holländer

 

Belotic

Saveufer Sabac
 

7.VI.2022 | 3. Etappe: Sremska Mitrovica – Belotic

 
Strecke: 72 Km | gesamt: 177 km
unterwegs: 10:00 – 18:00 Uhr
Wetter: heiß, sonnig, Gegenwind
 

Bis Sabac immer an der Save entlang
Gerade Straßen Gegenwind und Hitze
Heuschnupfenattacken und absterbende Finger wegen des schlechten Asphalts
Ausserdem viel LKW Verkehr obwohl Nebenstrecke

In Drenovac Auftanken an der Tankstelle:
Die Verkäuferin bietet mir ihren Stuhl vor dem Kassenraum an
Keiner versteht Englisch aber alle sind unheimlich freundlich und hilfsbereit
grüßen und winken zum Abschied

Weiter auf dem Savedeich: kein Autoverkehr mehr
Am Ufer aufgereiht neue und alte Wochenendhäuser
Mittagspause in Sabac am Imbiss vor der alten Festung
Auf der Promenade ältere Männer in Badehose die sich sonnen
Eine Frau schwimmt im Fluss

Von hier aus Richtung Valjevo: das Navi schlägt einen Weg entlang der Hauptstraße vor –
völliger Irrsinn: Hauptverkehrsstraße nach Belgrad donnernde LKW kein Seitenstreifen: lebensgefährlich
Ausserdem viel zu heiß
Mit Kopfschmerzen und kurz vor dem Hitzeschlag: Cola Stopp an einem kleinen Supermarkt am Straßenrand
Ein Ladenkunde freut sich über meinen Heldenmut durch die Serbische Sommerhitze zu radeln
und gibt mir eine zweite Cola und Kekse aus
Ausserdem drückt er mir noch einen Geldschein in die Hand dass ich gut weiterkomme und mir etwas zu essen kaufen kann !!
Ich bin überrascht und überwältigt von so viel Gastfreundschaft

Gestärkt mach ich mich wieder auf den Weg
Die Verkäuferin will noch unbedingt ein Foto von mir machen ich winke
Und schlage jetzt doch lieber ruhige Verbindungsstraßen ein
Über idyllische Hügel und durch friedliche Dörfer komme ich zu meinem Quartier in Belotic
Ein traditionelles Gasthaus mit nettem Biergarten und Übernachtungsmöglichkeiten in alten Holzkaten
Ich habe eine Hütte für mich allein – sehr komfortabel
In der Fichte am Eingang hocken Hühner auf jedem Astquirl und gackern vor sich hin
Das Essen ist köstlich
Ich sitze noch lang auf der Veranda meiner Hütte

„Ich hab den Tag auf meiner Seite
Ich hab Rückenwind…“

 

Valjevo

vor der „Weißen Brücke“ in Valjevo
 

8.VI.2022 | 4. Etappe: Belotic – Valjevo

 
Strecke: 62 Km | gesamt: 239 km
unterwegs: 10:00 – 19:00 Uhr
Wetter: angenehm: etwas kühler, bedeckt, abends Gewitter
 

Morgens Start auf der Hauptstraße
Ab Koceljeva dann wieder Nebenstraßen über die Hügel und Dörfer
Wunderschöne Strecke Obstanbauregion
Und überall sind die Kirschen reif
Herrlich süß und lecker
Kann gar nicht aufhören zu pflücken

Lange Pause in Valjevo
Seltsamer Platz am Flüsschen unterhalb der Weißen Brücke mit dem albanischen Doppeladler
Ein wenig an den Cafés am Ufer entlangflaniert
Dann Aubruch zum Quartier etwas außerhalb
Am Ortsausgang beginnt ein heftiges Gewitter
Kann mich gerade noch unter das Vordach eines geschlossenen Restaurants retten
Irgendwann hört der Regen auf
Nach einigem Verfahren und Googlepannen dann endlich im Etnoselo Kutlacic
Bin der einzige Gast
Bekomme trotzdem ein Abendbrot (Cevapcici) und ein Zimmer

 

„Wenn du in irgendeiner Stadt ankommst
Und in irgendeiner Stadt kommt man sehr spät an
Wenn du sehr spät in irgendeiner Stadt ankommst
Wenn diese Stadt vielleicht Valjevo ist
Wo auch ich angekommen bin
Wirst du den Weg gehen den du gehen musstest
Der vor dir nicht existierte
Sondern erst mit dir entstand
Wenn du diejenige triffst die du treffen musstest
Diejenige die dein ganzes Leben war
Auch bevor du sie getroffen hattest
Bevor du wusstest dass sie existiert
Sowohl sie als auch die Stadt in der du angekommen bist

Wenn du in irgendeiner Stadt ankommst
Egal woher
Aus Velji, Duboko oder Kolasin
Oder nirgendher
Wenn du aus deinem Haus weggehst
Irgendwohin
Einfach weggehst
Und kommst in irgendeiner Stadt an
Zum Beispiel in Valjevo…“

Matija Beckovic

 

Valjevo II

Frühstück
 

9.VI.2022 | 5. Etappe: Valjevo – Valjevo

 
Strecke: 31 Km | gesamt: 270 km
unterwegs: 11:00 – 17:00 Uhr
Wetter: sonnig, heiß (entgegen der Vorhersage), abends Gewitter
 

Frühstück auf der Terrasse:
Sonne und ein Hund zu meinen Füßen
Schinken Speck und Wurst und Tabaksgrieben
in Fett gebackene Brötchen Kaffee und Wasser

Muss wegen des Regens gestern noch Gepäck und Fahrrad von Lehmkrusten befreien
Auch die Gangschaltung macht wieder Probleme
Stelle fest dass die Achse nicht fest ist – kann sie notdürftig mit Kabelbindern fixieren

verspätete Abfahrt
bin gespannt wegen der Steigungen die mich erwarten
den Abzweig Richtung Hauptstraße mehrmals verfehlt
unnötig Berge hinaufgestrampelt
Google und Navigationsgerät verflucht
schließlich ein Dorf kurz vor der Hauptstraße schiebend erreicht
ein Supermarkt lockt mit kalter Cola
vor dem Laden mit Bier trinkenden Einheimischen und der Verkäuferin unterhalten
umschwirrt von Myriaden von Fliegen
verabschiede mich schnell wieder

Es geht weiter den Berg hinauf zur Hauptstraße
über holprige Feldwege am Steinbruch vorbei
die Gänge knacken und blockieren
Ich trampel beherzt weiter

Nach einem Kilometer glücklich auf der asphaltierten Hauptstraße –
reißt die Kette!
elf Kilometer hinter Valjevo!
Die Würfel (Kettenglieder) sind gefallen. Einbruch des Schicksals!
Aber: die Dinge sind wie sie sind…
Ich mache mich gefasst auf eine stundenlange Wanderung zurück in die Stadt – das Fahrrad schiebend…
– bis ich realisiere dass die Straße nur bergab führt!
Ich kann mich rollen lassen! – und bin in nullkommanix wieder im Stadtzentrum von Valjevo

Die nette Frau in der Touristeninformation vermittelt mir eine Fahrradwerkstatt und ein Zimmer nicht weit davon
Fahrrad ist schnell wieder heil
Ich völlig erschöpft und heilfroh
über die nahe Unterkunft
alles pikobello: sauber groß und bequem
nur WiFi funktioniert nicht – irgendwas ist immer…
Essen in der historischen Altstadt
danach etwas fernsehen
kann das erste Mal gut und durch schlafen

„As I am walking fields of gold…“

 

Cacak

Yodas Club in Valjevo
 

10.VI.2022 | 6. Etappe: Valjevo – Cacak

 
Strecke: 25 Km | gesamt: 295 km
unterwegs: 14:00 – 21:00 Uhr
Wetter: warm, wolkig, abends Gewitter
 

Stelle fest dass die neue Kette bei bestimmten Gängen überreißt und besonders bei Steigungen Probleme macht
Werde noch einmal im Fahrradladen vorstellig:
Benötige eine neue Zahnkranzkassette
Der Ladenbesitzer verweist mich an einen Kollegen in Cacak
Er selbst hat keine Kassette vorrätig

Am Nachmittag gibt es eine Zugverbindung nach Cacak
Bin viel zu früh am Bahnhof – und der Zug hat Verspätung
Auf dem Bahnsteig sitzt eine junge Frau
Wir kommen ins Gespräch
über das Leben in Serbien – und in Deutschland
und über Fahrräder und Autos…

Ajde Jano, ajde dušo

Der Zug fährt durch eine spektakuläre Berglandschaft
doch meist nur in Schrittgeschwindigkeit
Auf Abstellgleisen neben uns endlose Züge mit Gasbehältern von Gazprom
Als ich in Cacak ankomme ist es schon dunkel
Finde aber noch eine etwas überteuerte Pension

 

Arilje

Von der Morava in die Berge
 

11.VI.2022 | 7. Etappe: Cacak – Arilje

 
Strecke: 53 Km | gesamt: 348 km
unterwegs: 11:00 – 18:00 Uhr
Wetter: vormittags bedeckt, heiß, nachmittags sonnig, Rückenwind, abends heftiges Gewitter
 

Morgens in der Fahrradwerkstatt
Kassettenwechsel kein Problem
Innerhalb von zehn Minuten erledigt

Dann Aufbruch Richtung Westen an der Morava entlang
Erst ein schöner Fahrradweg durch die Uferauen
zum Teil etwas sumpfig wegen des Regens der Vortage
dann über kleine Straßen durch die Felder
Schließlich ein Stück Hauptstraße und wieder Nebenstrecke an einem Bachlauf

Bis ich plötzlich nach einem unvermittelt auftauchenden Tunnel in die Moravaschlucht fahre
Der Fluß seeartig verbreitert die Berghänge bewaldet
Hierher haben sich bei der osmanischen Invasion im 14. Jahrhundert viele orthodoxe Mönche zurückgezogen
und mehrere Klöster an den unzugänglichen Hängen gegründet
Mein Ziel ist ein Campingplatz auf halber Strecke der Schlucht
Leider existiert er nur auf meiner Karte

Also weiter…
Die Frage ist nur: auf der autobahnähnlich ausgebauten Schnellstraße mit LKW Verkehr und Tunneln
oder nehme ich die Wanderwege über die Berge
Ich entscheide mich für die Berge:
zwei Stunden steiles bergauf Schieben
dann versagt die Navigation
Ein Bauer den ich nach dem Weg frage nimmt mich samt Fahrrad mit auf seinen Trecker und bugsiert mich querfeldein wieder auf meine Strecke
Nach einigem auf und ab geht es hinunter ins Flusstal – die Bergetappe ist geschaftt
Bin einigermaßen erledigt will es aber noch bis Arilje schaffen
Hoffe dort ein günstiges Quartier zu finden
Als ich den Ort erreiche fängt es an zu regnen
Flüchte mich fürs erste in ein Restaurant und stärke mich erst einmal

Nach dem Essen regnet es immer noch leicht
Ich klapper die in Google eingetragenen Pensionen ab
Alle belegt
Der Regen wird zu einem heftigen Gewitter
Ich finde Unterschlupf bei einem kleinen Supermarkt
Auf meine Frage nach Quartieren erklärt mir eine Verkäuferin dass mehrere Hochzeiten im Ort stattfinden und deshalb alle Übernachtungsmöglichkeiten ausgebucht sind
Mittlerweile ist es dunkel
Mein Glück ist ein freundlicher Kunde der nicht locker läßt und erst Hotels und Pensionen in der näheren und weiteren Umgebung abtelefoniert
und als das nichts bringt sogar bei seinen Freunden und Bekannten nachfragt
Am Ende sagt ein befreundeter Fahrradhändler zu mich für eine Nacht aufzunehmen
Ich bin so glücklich ein Dach über dem Kopf zu haben
Auch wenn die einzige gemeinsame Sprache Hände und Füße sind unterhalten wir uns die halbe Nacht über unsere Fahrradtouren

„Manchmal läuft im Leben alles glatt,
vorausgesetzt, dass man ein Fahrrad hat…“

 

Kusici

Auf dem Weg über die Höhen
 

12.VI.2022 | 8. Etappe: Arilje – Kusici

 
Strecke: 56 Km | gesamt: 404 km
unterwegs: 11:00 – 18:00 Uhr
Wetter: bedeckt, Rückenwind, 2 kleine Schauer, abends heftiger Regen
 

Schöne Etappe
Erst durchs Moravica Tal: zwar dräuende Wolken am Himmel aber ebene Strecke – keine Steigungen
Es geht flott voran auf der Hauptstraße
Ab Ivanjica dann in die Himbeerberge (immernoch Obstanbauregion: Spezialisierung auf Himbeeren – hügelweit)
Der Ortsname erinnert mich an „Ivanica“ – mazedonisches Volkslied

Die Straße wird steiler und auch die umliegenden Gipfel werden höher
Wunderbare Ausblicke auf das im Westen liegende Bergmassiv

Erreiche Kusici kurz vor dem heftigen Abendgewitter
beschaulicher Ort – bekannt für Dorf- und Wandertourismus
Nettes Quartier kleine Zimmer angemessene Preise


 

Befinde mich in einem ekstatisch euphorischen Zustand
Heute war ALLES perfekt:
die Länge der Strecke
die mäßige absolut machbare Steigung
der Wind immer im Rücken
der bewölkte Himmel die angenehme Kühle
die gemütlichen Pausenmöglichkeiten – in den richtigen Abständen
die umwerfende Landschaft
die spektakulären Ausblicke…

„Ich werd vom Glück verfolgt…“

 

Molitva

Auf dem Weg zum Uvac Canyon
 

13.VI.2022 | 9. Etappe: Kusici – Molitva

 
Strecke: 42 Km | gesamt: 446 km
unterwegs: 11:00 – 18:00 Uhr
Wetter: heiß, sonnig, nachts kühl
 

Nach dem Frühstück das erste Fernradlerpaar getroffen
Zwei energiegeladene Schweizer auf ihrer WorldTour
Austausch von hilfreichen Informationen – nette Begegnung

Auf den Straßen sind die Folgen des vortägigen Unwetters zu sehen:
Kies und Steine sind zu regelrechten Sandbänken auf die Fahrbahn geschwemmt

Ich nehme den Abzweig in das Naturschutzgebiet der Uvac Mäander
Unterwegs schon die schönsten Ausblicke

Am Uvac Canyon dann atemberaubende Perspektiven
Übernachte an der Canyon Kante

 

Sjenica

Beginn des Uvac Canyons
 

14.VI.2022 | 10. Etappe: Molitva – Sjenica

 
Strecke: 20 Km | gesamt: 466 km
unterwegs: 11:00 – 15:00 Uhr
Wetter: bedeckt, später sonnig, angenehm warm
 

Auf Schotterpisten zum Anfang des mäandrierenden Canyons
durch bunte Blumenwiesen und teichartig vergrößerte Pfützen

das anvisierte Café mit Zeltplatz existiert nur noch auf der Karte
zwar ein paar Wochenendhäser aber keine touristische Infrastruktur
Grund dafür der niedrige Wasserstand der Uvac?
ein Sprungturm ragt jetzt über bewachsene Geröllfelder – das Wasser beginnt erst 50 Meter weiter
bizarrer Ort mit Booten auf dem Trockenen

Weiterfahrt nach Sjenica
Beginn einer von Hügeln gesäumten Hochebene
muslimisch geprägt – große Moschee im Zentrum
Cafés und einige Supermärkte verkaufen keinen Alkohol
beobachte vom Restaurant aus den Gemeindearbeiter beim Rasenmähen im Stadtpark
wie er an Spielplätzen und Bäumen vorbeiknattert
mit etlichen Gesprächs- und Trinkpausen

Auf Vermittlung eines alten Patriarchen kann ich günstig in einer großzügigen Monteursunterkunft übernachten


Die Balkankur

Anwendungen: den ganzen Tag an frischer Luft
viel Fahrrad fahren
viel in Cafés sitzen
viel Kaffee trinken
Diät: NUR Weißmehlprodukte Schweinefleisch und Süßigkeiten!
Atemtherapie: tiefes Inhalieren blauer Dieselwolken aus alten LKW
und dicker Rauchwolken von kettenrauchenden Mitkurgästen
Sehr heilsam. Macht definitiv glücklich! 🙂

 

Bor

Auftanken
 

15.VI.2022 | 11. Etappe: Sjenica – Bor

 
Strecke: 64 Km | gesamt: 530 km
unterwegs: 10:30 – 19:00 Uhr
Wetter: heiß, sonnig, schön, abends kühl
 

Von Sjenica führt ein ausgeschilderter Fahrradweg über die Hochebene bis Karajukica
Herrliche Strecke weite Wiesen und Weiden
Am Ortseingang verlaufen sich ein paar Kühe auf das Gelände der Tankstelle
Sie genießen hier Narrenfreiheit – laufen uneingezäunt umher: indische Verhältnisse

Mittagspause in der einzigen Einkehrmöglichkeit des Ortes
Es gibt das übliche: Cevapi und Salat
Ich fahre weiter durch einsame Dörfer mit verstreuten Häusern und kleinen Moscheen
In der Ferne die Hügel im Grenzland zu Montenegro

Hinter Suvi Do wage ich den Aufstieg Richtung Grenze
Auf unbefestigten Hirtenwegen geht es durch die Berge
Seltsame Landschaft: langgestreckte waldlose Höhen und Täler
Wenig einzeln liegende Gehöfte – immer weit ab vom Weg
aus einigen wütendes Hundegebell

Auf Montenegrinischer Seite geht es dann wieder bergab
Mein Ziel ist eine bei Google eingetragene Pension
Bei der Schussfahrt durch einen Wald werde ich von einer Polizeistreife angehalten
Das Passieren der Grünen Grenze wird hier nicht gern gesehen
Die beiden Polizisten wollen mir ein wenig Angst machen und erklären ich hätte jetzt ein GROSSES Problem
Dann nehmen sie doch nur meine Personalien auf und lassen mich weiter fahren

Ich erreiche mein anvisiertes Ziel – wunder mich über das Fehlen jeglicher Hinweisschilder
Die Gastgeber sind merklich überrascht von meinem Besuch
Sie hatten mit keinen Gästen gerechnet – sind mitten in der Renovierung des Hauses
Das Fremdenzimmer wird schnell hergerichtet und derweil Schnaps serviert
Ich bin der erste Gast seit Corona